Berlins Wirtschaft bietet jungen Menschen eine pragmatische Lösung, damit aus Wohnungsnot kein politischer Frust wird
Wenige Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 startet die Wirtschaftsinitiative Communits ein Angebot, das sich gezielt an junge Menschen richtet: bezahlbarer Wohnraum, mitten in der Stadt, in attraktiven Loft-Gemeinschaften. Die Botschaft ist bewusst unpolitisch im Parteienstreit, aber doch zutiefst gesellschaftlich. Denn rund 50.000 bis 55.000 Berlinerinnen und Berliner dürfen am 20. September erstmals ab 16 Jahren das Landesparlament mitwählen. Für sie ist die Wohnungsfrage keine Statistik, sondern die Frage, ob ihr Leben in dieser Stadt überhaupt möglich ist.
Erstmals ist bei einer Abgeordnetenhauswahl das Wahlalter auf 16 Jahre abgesenkt; nach Angaben des Landeswahlamts erhalten dadurch rund 50.000 bis 55.000 Jugendliche zum ersten Mal das Wahlrecht für das Landesparlament. Zusammen mit den jungen Erwachsenen bis Anfang 20 entscheidet eine Generation mit, die den Berliner Wohnungsmarkt vor allem als Mangel erlebt: zu teuer, zu knapp, zu weit draußen.
Communits, eine Initiative aus der Wirtschaft, will hier nicht warten, bis die Politik liefert, sondern selbst eine Lösung anbieten, die schnell, konkret und bezahlbar ist.
Warum die Wirtschaft jetzt handelt
„Wer jungen Menschen keine realistische Perspektive auf eine bezahlbare Bleibe gibt, treibt sie in die Arme derjenigen, die einfache und gefährliche Antworten versprechen", heißt es bei der Stiftung AußerGewöhnlich Berlin, die Communits initiiert hat. „Wir sind überzeugt: Die beste Antwort auf radikale Scheinlösungen ist eine gute, pragmatische echte Lösung."
Damit benennt die Initiative offen, worum es bei dieser Wahl auch geht. Die Wohnungskrise ist längst zum Nährboden für politische Extreme geworden, auf zwei gegensätzlichen, aber gleichermaßen untauglichen Wegen:
Der eine verspricht, die Wohnungsnot durch Enteignung und Vergesellschaftung privater Wohnungsunternehmen zu lösen. Doch enteignete Quadratmeter sind keine neuen Quadratmeter: kein einziges zusätzliches Zuhause entsteht dadurch, und Investitionen in dringend benötigten Wohnraum werden abgeschreckt.
Der andere verspricht, Wohnungen vorrangig oder ausschließlich „für Deutsche" zu reservieren und Menschen ohne deutschen Pass aus der Stadt zu drängen. Das ist keine Wohnungspolitik, sondern Ausgrenzung, und es widerspricht allem, was Berlin als weltoffene Metropole und als Wirtschaftsstandort ausmacht.
Beide Wege eint, dass sie kein einziges Problem lösen, sondern Wut kanalisieren. Communits setzt dem etwas entgegen, das man anfassen kann: Wohnraum, der tatsächlich entsteht.
Die Lösung: leerstehende Büros werden zu begehrtem Wohnraum
Berlin leidet unter einem doppelten Widerspruch. Auf der einen Seite fehlen nach Erhebungen des Communits-Teams rund 56.000 Wohnungen, während pro Jahr nur etwa 15.000 neue Einheiten gebaut werden. Auf der anderen Seite stehen zwischen 1,5 und 1,8 Millionen Quadratmeter Bürofläche leer, Tendenz steigend.
Communits verbindet beides: Leerstehende Gewerbeflächen werden mit modularen, reversibel auf- und abbaubaren CommUnits in temporäre Beherbergung verwandelt. Statt fünf Jahren Neubauzeit genügen sechs bis zwölf Monate bis zum Einchecken. Angestrebt werden Konditionen, die für Auszubildende, Studierende und Berufseinsteiger erreichbar sind. Mehrere Pilotobjekte in verschiedenen Bezirken stehen bereit.
Doch Communits ist mehr als ein günstiges Dach über dem Kopf. Gemeinschaftsküchen, Coworking-Flächen und ein kuratiertes Matching der Members machen aus einzelnen Bleiben echte Gemeinschaften, „das Dorf in der Weltstadt". Damit adressiert die Initiative zugleich die Vereinsamung, die viele junge Großstadtmenschen erleben.
Zwei gesellschaftliche Ziele, ein Ansatz
Für die Berliner Wirtschaft löst Communits zwei Probleme auf einmal:
- Die Wohnungskrise bei jungen Menschen, pragmatisch, schnell und ohne ideologische Vorbedingungen.
- Den Fachkräftemangel, denn rund 20 Prozent der Auszubildenden pendeln laut IHK Berlin täglich aus dem Umland ein, nicht aus Überzeugung, sondern weil sie sich keine Bleibe in der Stadt leisten können.
„Gesellschaftliche Probleme, die politisch jahrelang auf Lösungen warten, lassen sich durch unternehmerisches Engagement deutlich schneller anpacken, wenn die Bereitschaft zur Zusammenarbeit da ist", so das Communits-Gründerteam.
Ein Appell vor der Wahl
Communits ergreift bewusst keine Partei. Die Initiative wirbt nicht für eine bestimmte Liste, sondern für eine Haltung: dass die akute Wohnungsnot junger Menschen lösbar ist, ohne Enteignung, ohne Ausgrenzung, sondern durch Pragmatismus, Zusammenarbeit und unternehmerischen Mut.
„Wer am 20. September wählt, soll wissen: Es gibt eine realistische Alternative zu radikalen Versprechen", so AußerGewöhnlich Berlin. „Die Wirtschaft ist bereit, ihren Teil dazu beizutragen, dass diese Stadt für die junge Generation lebbar bleibt."
Über Communits
Communits ist eine von der Stiftung AußerGewöhnlich Berlin initiierte Wirtschaftsinitiative, die leerstehende Gewerbeflächen durch reversible, gewerbliche Aktivierung in temporäre, bezahlbare und gemeinschaftlich organisierte Beherbergung verwandelt. Ziel ist es, die Berliner Wohnungs-, Fachkräfte- und Leerstandskrise zugleich anzugehen, sektorübergreifend, pragmatisch und übertragbar auf andere Städte.